Pflegehelfer-Ausbildung mit Praxiseinsätzen von Würzburg bis Lindenberg

Würzburg I 15.09.2022

An der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe startete pünktlich zum Schulbeginn ein neuer Kurs in die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin bzw. zum Pflegefachhelfer mit Schwerpunkt Krankenpflege. Auszubildende mit Migrationshintergrund fördert die Schule erstmalig mit Deutsch-Zusatzunterricht.

Ein Jahr mit abwechselnden Theorie- und Praxisblöcken an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe (KPH), in den Rotkreuzkliniken der Schwesternschaft in Würzburg und Wertheim sowie der Uniklinik Würzburg liegt vor ihnen. Erstmalig wird eine der Auszubildenden auch in der knapp 300 Kilometer entfernten Rotkreuzklinik Lindenberg eingesetzt werden. Weitere Praxiseinsätze warten in Senioreneinrichtungen des BRK und in ambulanten Diensten. Die 20 neuen Azubis, darunter vier Männer, blicken dem gespannt entgegen. Einige von ihnen bringen schon eine ganze Menge Lebenserfahrung mit, liegt doch die Altersspanne zwischen 16 und 42 Jahren. Kursleitung Claudia Hain freut sich über die erkennbar hohe Motivation ihrer Klasse. „Die zukünftigen Pflegefachhelfer:innen könnten nicht unterschiedlicher sein – sei es vom Alter, von der Vorerfahrung oder vom kulturellen Hintergrund. Sie kommen aus acht Nationen, darunter Gambia, Kenia, Syrien und Indien. Die einjährige Helferausbildung ist für viele der optimale Einstieg in den Pflegeberuf", sagt Pflegepädagogin Hain. Das bestätigt auch Mia Höfig: „Die Ausbildung ist für mich das Richtige, weil ich anderen Menschen helfen möchte", so die 16-Jährige aus Würzburg.

Für diejenigen mit Migrationshintergrund bietet das Schulteam erstmals Deutsch als Zusatzunterricht an. „Pflege ist ein interaktiver Beruf, bei dem die Kommunikation zwischen Pflegeempfänger und Pflegeausübenden eine grundlegende Rolle spielt. Wir wollen unseren Nicht-Muttersprachlern dabei helfen, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu optimieren" betont Stefan Kolbert. Der Schulleiter begleitet den mittlerweile dritten KPH-Kurs in der Würzburger Kapuzinerstraße und ist voller Respekt für den Mut der angehenden Pflegefachhelfer:innen. „Wer sein Heimatland verlässt oder sich in vorgerücktem Alter zu einer beruflichen Neuorientierung entschließt, um einen sinnerfüllten Beruf zu erlernen verdient Anerkennung und Unterstützung." Die heterogene Zusammensetzung des neuen Kurses zeigt für ihn, dass eine KPH-Ausbildung sowohl für Schulabgänger als auch für Wiedereinsteiger, Umschüler oder Migranten vielseitige Karrierechancen in einer krisensicheren Branche eröffnen kann. „Bereits mehrere Absolventen unserer bisherigen KPH-Kurse haben die dreijährige Ausbildung angeschlossen. Mit dem Abschluss als staatlich anerkannte Pflegefachfrau oder Pflegefachmann eröffnen sich weitere berufliche Einsatzmöglichkeiten wie etwa im OP, auf Intensiv oder auch im Managementbereich", so Kolbert auf seinem Erfahrungshintergrund als langjähriger Leiter der traditionsreichen Berufsfachschule für Pflege sowie der 2020 gegründeten Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe in Würzburg.